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September 17th, 2014

250 Jahre Wolgadeutsche

Eine Spurensammlung in der ersten Kolonie, die deutsche Siedler im heutigen Gebiet Wolgograd gründeten

Die Geschichte der Wolgadeutschen begann am 29.Juni 1764.

Das war der Tag, an dem die ersten Siedler aus deutschen Landen einen Flecken erreichten, der später den Namen Nischnjaja Dobrinka erhielt.
250Jahre später sind die Spuren deutschen Lebens in dem Dorf überschaubar geworden.

Die Straße könnten auch die Deutschen gebaut haben, so manierlich rollt es sich neuerdings nach Nischnjaja Dobrinka hinunter.
Für 20 Millionen Rubel wurden 2011 die sechs Kilometer vom Durchgangsverkehr zum Dorf asphaltiert.
Beim bevorstehenden 250.Geburtstag des Ortes, der zum Gebiet Wolgograd gehört, bleiben Gästen, die mit dem Auto anreisen, also Strapazen erspart.

Geplant ist ein großes Fest im „Kreismaßstab“, wie es heißt, mit Konzert, Jahrmarkt und Feuerwerk. Die Festschrift nennt den Grund für die Feierlichkeiten:
„Am 29.Juni 1764 gingen 17 Familien aus deutschen Fürstentümern am Steilufer der Wolga beim Fluss Dobrinka an Land.“

Nischnjaja Dobrinka war damit die erste von 105 deutschen Kolonien, die in den zehn Jahren nach den beiden Manifesten von Katharina der Großen am Unterlauf der Wolga gegründet wurden. Die Zarin hatte Ausländer und spe­ziell Deutsche eingeladen, sich in Russland niederzulassen.
Sie wollte menschenleere Landstriche in der Steppe bevölkern und so auch die südliche Grenze des Reiches sichern.


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Nischnjaja Dobrinkas Schokoladenseite: Das Dorf duckt sich in die Hügellandschaft an der Wolga. / Tino Künzel

Heute kann in Nischnjaja Dobrinka, also Unter-Dobrinka, besichtigt werden, dass die Einwanderer mit den Jahren nicht nur sesshaft, sondern heimisch wurden. Zwar ist die protestantische Kirche von 1864 nur als Ruine erhalten, dafür steht das eine oder andere Wohnhaus noch und auch das Gebäude der Gemeindeschule, die – hübsch restauriert – bis heute als Schule dient und deren Innenleben das Dilemma des Dorfes illustriert.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zählte der Ort teilweise über 5000 Einwohner, zum ganz überwiegenden Teil Deutsche. Doch mit ihrer Deporta­tion 1941 durch Stalin und der Ausreisewelle in den 90er Jahren schrumpfte er auf heute 1100 Seelen zusammen. Deutsche sind so gut wie keine mehr darunter, dafür 200 Patienten eines Pflegeheims für Geisteskranke. Die Zahl der Schulkinder hat sich im Vergleich zu 1992 mehr als halbiert.

Wie andernorts ziehen auch in Nischnjaja Dobrinka die Jungen weg, weil es keine Arbeit gibt. In den „goldenen Zeiten“ des Ortes haben die Wolgadeutschen hier Knöpfe hergestellt und Tabakpfeifen. Sie haben Weizen angebaut, neun Mühlen unterhalten und Vieh gezüchtet.
Im Frühjahr wurden die Kälber auf vorgelagerte Wolgainseln getrieben und im Spätherbst wieder eingesammelt.

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Ortsverkehr vor dem Schulgebäude aus dem 18. Jahrhundert. / Tino Künzel


Die Wolgainseln sind längst in den Fluten versunken. Der Bau eines gewaltigen Staudamms bei Wolgograd in den 50er und 60er Jahren hat das Flussbett in der Gegend auf sieben Kilometer Breite angewachsen lassen. Wasser und Wind tragen Zentimeter für Zentimeter vom Steilufer ab, irgendwann wird auch die zentrale Leninstraße nicht mehr zu halten sein.

Ljubow Kapustina, Russisch- und Literaturlehrerin an der Schule und die vielleicht größte Lokalpatriotin im Ort, lässt sich trotzdem nicht entmutigen. Auch sie hätte als Deutschstämmige nach Deutschland ausreisen können, ihre Vorfahren hießen Sattler. Doch ernsthaft daran gedacht hat sie nicht. „Man isst sich satt in der Fremde, und was kommt dann?“, fragt die Philologin und sagt: „Wir haben öfter Besuch aus Deutschland. Die Leute sind immer so blass. Da ist mir unsere Sonne hier lieber.“

Manchmal, erzählt Kapustina, schäme sie sich, Besucher durch ihren Ort zu führen, der sich schwertut mit der Gegenwart.
Aber dann nimmt sie diese Besucher mit auf die umliegenden Hügel und alles ändert sich. Die Landschaft ist atemberaubend schön, das Dorf wirkt von hier oben geradezu idyllisch. Mit Abstand betrachtet, hat die Wiege der Wolgadeutschen nach wie vor ihre Reize.



Vertrieben aus dem gelobten Land



Nachrichten
Titelseite der „Nachrichten“ vom 30. August 1941 im Heimatmuseum von Marx. / Tino Künzel

Am 30. August 1941 veröffentlichte die in der Wolgadeutschen Sowjetrepublik herausgegebene deutschsprachige Zeitung „Nachrichten“ einen Erlass aus Moskau. „Zwecks Vorbeugung“ werde die gesamte deutschstämmige Bevölkerung „unverzüglich“ von der Wolga nach Sibirien und Kasachstan umgesiedelt. Sie habe die Existenz von „Tausenden und Abertausenden Diversanten und Spionen“ in ihrer Mitte verheimlicht.
Diese warteten nur auf ein Signal aus Deutschland. Es drohe Blutvergießen.

Fast 400.000 Deutsche wurden während der darauffolgenden Wochen deportiert. Das war nicht nur das Ende der Wolgadeutschen Autonomie,
sondern der besonderen Identität einer Region, deren Besiedlung durch Deutsche auf das 18. Jahrhundert zurückgeht.

Die Autonomie wurde auch nach dem Zusammenbruch der Sowjet­union nicht wiederhergestellt, blieb für Russlands Deutsche, die heute in alle Winde verstreut sind, aber ein Sehnsuchtsort.
Wo Russland am deutschesten war


Von 1918 – nach der Machtübernahme der Bolschewisten – bis 1941 – als die Wolgadeutschen nach Kasachstan und Sibirien umgesiedelt wurden –
bestand in ihrem Siedlungsgebiet die sogenannte Wolgadeutsche Republik, eine Autonomie, fast so groß wie Belgien.
Sie hatte 1939 nach offiziellen Angaben mehr als 606.000 Einwohner, 60 Prozent davon waren Deutsche. Heute schätzt der Saratower Historiker Arkadij German die Zahl der Deutschen in diesem Gebiet auf rund 5000. Die Volkszählung von 2010 ermittelte für die Oblast Saratow, in der zwei Drittel der ehemaligen Wolgarepublik liegen, einen deutschen Bevölkerungsanteil von 0,3 Prozent, für die Oblast Wolgograd, der das verbleibende Drittel angehört, von 0,4 Prozent.

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Die ehemalige Wolgadeutsche Republik in den Grenzen der Vorkriegszeit und ihr Territorium auf der Karte des heutigen Russlands. / Grafik: Hans Winkler
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Причины Второй мировой войны

Внимание!
Людям со слабой психикой и детям до 18-ти лет просьба этот материал не читать, ввиду наличия фотографий изуродованных  человеческих трупов!





Версальский договор лишил Германию областей, окрашенных жёлтым цветом.

Вторая Мировая война (ВМВ) началась из-за Данцигского коридора, бывшего частью Германии до передачи его Польше Версальским договором.


Версальский договор разорил Германию, вызвав депрессию, позволившую еврейским олигархам скупить значительную часть немецкой промышленности.
Международное еврейство, представленное 80% переговорщиками Версаля, вынудило Германию отдать часть своих восточных территорий (Данцигский коридор) Польше.



1937
Гитлер просит Польшу предоставить Германии коридор шириной в 1 милю для доступа к Восточной Пруссии. Стороны почти приходят к согласию, когда в 1939 Польша неожиданно прекращает переговоры.


1938
Рузвельт (Розенфельд) заверяет Черчилля (сына еврейки), что США будут участвовать в войне против Германии.


31 марта 1939 Британия и Франция дают гарантию защиты Польши ( Англо-французский гарантийный пакт).
Они заключают секретный пакт с Польшей о её защите в случае нападения Германии.



Польша угрожает Германии войной.
Воодушевлённые гарантиями Розенфельда, Черчилля и Деладье, Ридц Смиглы – главком армии Польши с Игнацием Мосцицким – её президентом начинают бряцать оружием.

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http://forum.meta.ua/topic/p/6941235.html

Хатынь: «формат» трагедии

Хатынь — бывшая деревня в Белоруссии, Минская обл., Логойский р-н. Сожжена немецкими карателями в 1943 вместе с жителями.
Большая энциклопедия Кирилла и Мефодия. Издание 2006 г.

Не так давно был в Хатыни. Все в общем, как и в 1969 году, когда пионером впервые приехал сюда на экскурсию. Только прежде посетители бросали в беломраморные символические колодцы медные монеты, а теперь опускают бумажную мелочь. Размокшие купюры придают колодцам вид помоек. И до невозможного сократилась поясняющая надпись на заглавной стеле при входе в мемориал: «22 марта 1943 года фашисты уничтожили деревню Хатынь». Стоп. Какие фашисты? Их ведь много было разных. Итальянские, немецкие, испанские, венгерские. Были и есть фашисты русские, украинские, белорусские. Так которые же из них совершили злодеяние? И при каких обстоятельствах? Слово «мемориал» происходит от латинского memorialis — памятный. В чем тогда назначение Хатыни, если не напоминать людям, откуда взялись тут фашисты? Может, с Марса прилетели?..

В ноябре-декабре 1986 года в Минске на улице Фрунзе, 4 в небольшом зале заседаний трибунала Белорусского военного округа судили Григория Васюру — одного из главных палачей Хатыни. Комитет госбезопасности поработал перед этим основательно, и 14 томов дела № 104 отразили множество фактов кровавой деятельности фашистского карателя.

Казалось бы, судебный процесс должен быть открытым, его следовало широко освещать. Этого не произошло. Почему?

В 1986 году мой собеседник Виктор Васильевич Глазков служил в трибунале БВО — подполковник юстиции, военный судья. Это он председательствовал на процессе над Васюрой, а до суда, выполняя тогдашние требования, подготовил обширную ознакомительную справку для ЦК Компартии Белоруссии. Результатом стало то, что на судебные слушания по распоряжению ЦК были допущены лишь двое пишущих журналистов из гософициозов. Но даже их отчеты в ту пору не увидели свет: запрет отдела агитации и пропаганды.

Что же такое рассказал подсудимый перед тем, как ему был заслуженно вынесен смертный приговор?.. Несколько слов о нем самом.

Васюра Григорий Никитович, 1913 года рождения, уроженец Черкасской области, начальник штаба 118-го полицейского батальона. До войны окончил Киевское военное училище связи, 22 июня встретил старшим лейтенантом, начальником связи укрепрайона 67-й стрелковой дивизии. С его слов, в одном из боев был контужен и пленен. Согласился перейти на службу к оккупантам. Награжден двумя немецкими медалями.

Военный юрист Виктор Глазков уверен: руку к тому, чтобы хатынские подробности не публиковались, приложили первые лица Беларуси и Украины Николай Слюньков и Владимир Щербицкий. Решили, что обнародование того факта, что Васюра — украинец, не будет красить соседнюю братскую республику. И вообще, мол, год неблагоприятный: Чернобыль надо замазывать, а тут еще одна головная боль…

Если бы процесс был открытым, то у широких, как принято говорить, масс неизбежно возникли бы вопросы, на которые коммунистические лидеры не могли или не хотели дать ответ. Проявился бы общественный интерес к труднообъяснимым обстоятельствам, а такую правду посчитали «избыточной».

Вот лишь некоторые эти обстоятельства.

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